Dokumentation
Kapitel 12

Farbe, RAW und HDR

Dieses Kapitel erklärt, wie Chromatelier mit Farbe umgeht: Farbmodi und Bittiefe, ICC-Profile und der Softproof für den Druck, Berechnungen mit Kanälen, Messen im Bild – und wie du RAW-Fotos entwickelst, Belichtungsreihen zu HDR zusammenfügst und Panoramen baust.

Farbmodi

Der Farbmodus legt fest, aus welchen Kanälen ein Bild besteht. Neue Dokumente und die meisten geöffneten Fotos sind im Modus RGB-Farbe. Du wechselst den Modus unter Bild › Modus. Der aktuelle Modus ist im Menü markiert und steht auch in der Titelzeile des Dokuments (zum Beispiel „RGB/8“).

Das Menü Bild › Modus mit allen Farbmodi und Bittiefen
Bild › Modus: oben die Farbmodi, darunter die Bittiefe, unten die Farbtabelle für indizierte Bilder.
ModusKanäleWofür
Bitmap…1 (nur Schwarz und Weiß)Strichzeichnungen, Raster für den Druck. Nur aus Graustufen erreichbar.
Graustufen1 (Grau)Schwarzweißbilder.
Duplex…1 Grau + 1–4 DruckfarbenGetönte Schwarzweißbilder mit Sonderfarben. Nur aus Graustufen erreichbar.
Indizierte Farben…höchstens 256 FarbenGIF-artige Bilder, Pixelgrafik, kleine Dateien.
RGB-FarbeRot, Grün, BlauDer Arbeitsmodus für Fotos und Bildschirm.
CMYK-FarbeCyan, Magenta, Gelb, SchwarzDruckvorstufe.
Lab-FarbeHelligkeit, a, bGetrennte Bearbeitung von Helligkeit und Farbe.
Mehrkanalje ein Kanal pro DruckfarbeSonderfälle der Druckvorstufe.

Was beim Umwandeln passiert

  • Graustufen entsteht aus RGB, indizierten Farben, Duplex oder Bitmap. Die Farbe geht verloren.
  • CMYK-Farbe trennt die Farben über ein CMYK-Profil: das allgemeine CMYK-Profil des Systems, wenn vorhanden, sonst eine eingebaute Farbseparation. Das Dokument bekommt dieses Profil. Andere Modi gehen dabei über RGB.
  • Lab-Farbe wird aus RGB berechnet (andere Modi gehen über RGB).
  • Mehrkanal reduziert das Bild auf eine Ebene. Aus RGB werden die Kanäle Cyan, Magenta und Gelb, aus CMYK seine vier Druckfarben, aus Graustufen ein schwarzer Kanal, aus Duplex seine Druckfarben.
  • Indizierte Farben reduziert ebenfalls auf eine Ebene und auf 8 Bit.

Bitmap, indizierte Farben und Mehrkanal kennen nur eine Ebene. Befehle wie „Neue Ebene“, Einstellungsebenen, Ebenenstile oder Transformieren sind dort gesperrt; in Bitmap und indizierten Farben außerdem die Filter. Die Statusleiste meldet dann „Im Modus … nicht verfügbar: zuerst in RGB-Farbe umwandeln“.

Bitmap

Wandle das Bild zuerst in Bild › Modus › Graustufen um, dann wähle Bild › Modus › Bitmap…. Unter Methode stehen vier Verfahren zur Wahl; die Vorschau im Dokument zeigt das Ergebnis sofort:

  • Schwellenwert 50 % – alles, was heller als Mittelgrau ist, wird weiß, der Rest schwarz.
  • Musterdither – ein regelmäßiges Punktmuster.
  • Diffusion Dither – fein gestreute Punkte (Voreinstellung).
  • Rasterungsmuster – runde Rasterpunkte wie im Zeitungsdruck, mit Zellengröße (2–200 px) und Winkel.
Dialog Bitmap mit der Methode Diffusion Dither und der Vorschau im Bild
Bitmap mit „Diffusion Dither“: Das Ergebnis ist im Dokument schon zu sehen.

Duplex

Ein Duplexbild ist ein Graustufenbild, das mit einer bis vier Druckfarben gedruckt wird. Wähle nach der Umwandlung in Graustufen Bild › Modus › Duplex…. Im Dialog Duplex-Optionen stellst du ein:

  • Typ: Monoton, Duplex, Tritone oder Quadtone – also eine bis vier Druckfarben.
  • Je Druckfarbe: die Farbe (Klick auf das Farbfeld), ihren Namen und mit Mitteltöne %, wie viel dieser Farbe die Mitteltöne bekommen.

Um die Druckfarben später zu ändern, wähle Bild › Modus › Duplex… einfach noch einmal.

Dialog Duplex-Optionen mit zwei Druckfarben
Duplex-Optionen: Schwarz und ein Braunton ergeben einen warmen Sepia-Look.

Indizierte Farben und Farbtabelle

Bild › Modus › Indizierte Farben… reduziert das Bild auf eine Palette von höchstens 256 Farben:

OptionBedeutung
PaletteExakt (die Farben des Bildes, wenn es höchstens 256 sind), Lokal (Adaptiv) (aus den Bildfarben berechnet), Web (ein 6×6×6-Würfel), Proportional (gleichmäßige Stufen je Kanal), Graustufen, Schwarzweiß.
FarbenAnzahl der Farben, 2–256 (wo die Palette es zulässt).
DitherWie stark Zwischentöne durch gestreute Punkte nachgebildet werden (0 % = harte Übergänge).
TransparenzTransparente Pixel bleiben transparent.
Dialog Indizierte Farben mit Palette Lokal (Adaptiv), 256 Farben und Dither 75 Prozent
Indizierte Farben mit adaptiver Palette.

In einem indizierten Bild zeigt Bild › Modus › Farbtabelle… alle Farben der Palette als Raster. Klicke auf ein Feld und ändere die Farbe über das Farbfeld daneben – alle Pixel mit diesem Eintrag ändern sich mit.

Bittiefe: 8, 16 und 32 Bit

Die Bittiefe bestimmt, wie fein die Helligkeitsstufen pro Kanal sind. Du stellst sie im unteren Teil von Bild › Modus ein:

  • 8-Bit-Kanal – 256 Stufen pro Kanal. Genügt für fertige Bilder, Web und die meisten Ausgaben.
  • 16-Bit-Kanal – 65 536 Stufen. Empfehlenswert für starke Korrekturen, damit keine Abrisse in Verläufen entstehen. RAW-Fotos öffnen immer mit 16 Bit.
  • 32 Bit/Kanal – Gleitkommawerte für HDR-Bilder: Licht heller als Weiß bleibt erhalten.

Arbeiten mit 32 Bit

Beim Umwandeln in 32 Bit werden die Pixel in lineares Licht umgerechnet. Ein Dokument mit Einstellungsebenen, Ebenenstilen, Füllebenen oder einem anderen Modus als RGB wird dabei auf eine Ebene reduziert, denn diese gibt es nur in 8 und 16 Bit. Ebenen, Malwerkzeuge und Filter arbeiten auch in 32 Bit.

  • In der Statusleiste erscheinen die Regler Belichtung (−10 bis +10) und Gamma (0,2–3). Sie ändern nur die Anzeige, nicht das Bild.
  • Bild › Korrekturen › Belichtung… wirkt in 32 Bit direkt auf die Gleitkommawerte, mit Belichtung, Versatz und Gammakorrektur.
  • Farbmodus, Farbprofile, Einstellungsebenen, Ebenenstile und die der Maskierungsmodus stehen in 32 Bit nicht zur Verfügung.
  • Zurück in 16 oder 8 Bit geht es über Bild › Modus › 16-Bit-Kanal bzw. 8-Bit-Kanal: Dabei öffnet sich der Dialog HDR-Tonung (siehe HDR-Tonung).

Farbmanagement mit ICC-Profilen

Ein ICC-Profil beschreibt, welche echten Farben die Zahlen im Bild bedeuten. Chromatelier liest das Profil beim Öffnen, rechnet für die Anzeige um und schreibt es beim Speichern und Exportieren wieder mit. Ein Bild ohne Profil gilt als sRGB („sRGB (ohne Profil)“).

Profil zuweisen

Bild › Farbprofil › Profil zuweisen… ändert nur die Deutung der Pixel: Die Pixelwerte bleiben, die Farben sehen danach anders aus. Das brauchst du, wenn ein Bild ohne oder mit falschem Profil kommt.

  • Aktuelles Profil zeigt das Profil des Dokuments.
  • Unter Profil wählst du ein eingebautes RGB-Profil – sRGB IEC61966-2.1, Display P3, ProPhoto RGB, Rec. ITU-R BT.2020 und einen weiteren verbreiteten Arbeitsfarbraum – oder Farbmanagement auf dieses Dokument nicht anwenden.
  • Profil laden… liest eine eigene .icc- oder .icm-Datei.
Dialog Profil zuweisen
Profil zuweisen: Die Pixelwerte bleiben, die Farben sehen anders aus.

In Profil umwandeln

Bild › Farbprofil › In Profil umwandeln… rechnet die Farben in ein anderes Profil um: Sie sehen gleich aus, die Pixelwerte ändern sich. So bringst du zum Beispiel ein Foto aus einem großen Farbraum nach sRGB für das Web.

FeldBedeutung
ZielDas Profil, in das umgerechnet wird (eingebaut oder mit Profil laden…).
PrioritätDie Renderpriorität: Perzeptiv (staucht den ganzen Farbumfang, gut für Fotos mit sehr gesättigten Farben), Relativ farbmetrisch (Voreinstellung: Farben innerhalb des Zielumfangs bleiben exakt, die übrigen werden an den Rand geschoben), Sättigung (für Grafiken), Absolut farbmetrisch (auch das Papierweiß wird simuliert).
Tiefenkompensierung verwendenPasst den Schwarzpunkt an, damit dunkle Details nicht zulaufen.
Dialog In Profil umwandeln mit Ziel sRGB, Priorität Relativ farbmetrisch und Tiefenkompensierung
In Profil umwandeln: Die Farben bleiben gleich, die Pixelwerte ändern sich.

Beide Befehle lassen sich in Aktionen aufzeichnen – samt Profil. So kannst du einen ganzen Ordner per Stapelverarbeitung nach sRGB umwandeln.

Monitorprofil verwenden

Damit die Farben auf dem Bildschirm stimmen, kann Chromatelier das Profil deines Monitors verwenden. Öffne Bearbeiten › Voreinstellungen… (⌘ K), wähle links Leistung und schalte Monitorprofil verwenden ein. Die Arbeitsfläche wird dann in den Farben des Monitorprofils gezeigt, das im Betriebssystem eingestellt ist.

Voreinstellungen, Seite Leistung, mit der Option Monitorprofil verwenden
Voreinstellungen › Leistung: „Monitorprofil verwenden“.

Softproof: Farbproof und Farbumfang-Warnung

Mit dem Softproof siehst du schon am Bildschirm, wie ein RGB-Bild im Druck aussehen wird. Die Befehle liegen unter Ansicht › Proof:

Menü Ansicht › Proof mit Proof einrichten, Farbproof und Farbumfang-Warnung
Ansicht › Proof.
BefehlKürzelWirkung
Proof einrichten › CMYK-ArbeitsfarbraumSimuliert das CMYK-Profil, das auch neue CMYK-Dokumente bekommen (Voreinstellung).
Proof einrichten › Benutzerdefiniert…Wählt das zu simulierende Gerät und die Optionen (siehe unten).
Farbproof⌘ YZeigt das Bild so, wie es das simulierte Gerät wiedergibt.
Farbumfang-Warnung⌘ ⇧ YFärbt alle Farben grau, die das Gerät nicht drucken kann.

Im Dialog Proof-Bedingung anpassen stellst du ein:

  • Zu simulierendes Gerät – das allgemeine CMYK-Profil des Systems, das Integrierte CMYK, die eingebauten RGB-Profile oder ein mit Profil laden… gelesenes RGB- oder CMYK-Profil deiner Druckerei.
  • Renderpriorität und Tiefenkompensierung verwenden – wie beim Umwandeln.
  • Papierfarbe simulieren – zeigt Weiß und Schwarz so, wie das Papier sie wiedergibt (oft etwas grauer und matter).

Mit OK wird der Farbproof gleich eingeschaltet. Die Statusleiste zeigt, welcher Proof aktiv ist. Das Bild selbst ändert sich dabei nicht. In CMYK- und Mehrkanal-Dokumenten sind die Proof-Befehle nicht nötig und daher abgeschaltet.

Dialog Proof-Bedingung anpassen
Proof-Bedingung anpassen.
Bild mit eingeschalteter Farbumfang-Warnung: kräftiges Rot erscheint grau
Farbumfang-Warnung: Die rote Jacke liegt außerhalb des CMYK-Farbumfangs.

Für den Druck nach CMYK umwandeln und Proof prüfen

  1. Bearbeite dein Foto vollständig in RGB, am besten mit 16 Bit. Speichere eine RGB-Fassung als Sicherung.
  2. Wähle Ansicht › Proof › Proof einrichten › Benutzerdefiniert…. Lade mit Profil laden… das CMYK-Profil deiner Druckerei oder lass das Profil des Systems stehen. Setze die Renderpriorität auf Relativ farbmetrisch oder Perzeptiv und schalte Tiefenkompensierung verwenden ein. Klicke auf OK.
  3. Schalte mit ⌘ ⇧ Y die Farbumfang-Warnung ein. Graue Flächen zeigen Farben, die der Druck nicht erreicht.
    Farbumfang-Warnung im Bild
    Grau markierte Bereiche liegen außerhalb des Druckfarbumfangs.
  4. Verringere bei Bedarf die Sättigung dieser Bereiche, etwa mit einer Einstellungsebene Farbton/Sättigung und einer Maske (siehe Korrekturen), bis die Warnung fast verschwindet. Schalte sie dann wieder aus.
  5. Prüfe mit ⌘ Y (Farbproof) den Gesamteindruck. Schalte Papierfarbe simulieren im Proof-Dialog ein, wenn du auf Naturpapier druckst.
  6. Wandle das Bild um: entweder mit Bild › Modus › CMYK-Farbe (mit dem Standardprofil) oder mit Bild › Farbprofil › In Profil umwandeln… und dem Profil der Druckerei als Ziel.
  7. Speichere das Ergebnis als TIFF oder PSD (siehe Speichern, Export und Druck).

Bildberechnungen und Kanalberechnungen

Mit diesen beiden Befehlen verrechnest du Kanäle oder ganze Bilder miteinander – zum Beispiel, um aus Kanälen eine präzise Maske zu bauen. Sie arbeiten mit RGB- und Graustufen-Dokumenten in 8 oder 16 Bit. Die Quellen müssen genauso groß sein wie das Bild; es können auch andere geöffnete Dokumente sein.

Bildberechnungen

Bild › Bildberechnungen… verrechnet eine Quelle mit dem aktuellen Ziel – der aktiven Pixelebene, ihrer Maske oder einem ausgewählten Kanal. Das Ziel steht im Dialog unter Ziel.

FeldBedeutung
QuelleDas Dokument, aus dem gelesen wird.
EbeneEine bestimmte Ebene oder Zusammengefügt (alle sichtbaren Ebenen).
KanalRGB, ein einzelner Farbkanal, Grau oder ein gespeicherter Kanal; Umkehren kehrt ihn um.
FülloptionenDie Verrechnung: alle Füllmethoden der Ebenen sowie Hinzufügen und Subtrahieren, bei diesen beiden zusätzlich Skalierung (1–2) und Versatz (−255 bis 255).
DeckkraftStärke der Wirkung (0–100 %).
MaskeBeschränkt die Wirkung auf einen weiteren Kanal (mit eigener Quelle, Ebene und Kanal).
Transparenz erhaltenTransparente Bereiche der Zielebene bleiben unberührt.
Dialog Bildberechnungen mit Füllmethode Multiplizieren und Vorschau
Bildberechnungen: Das Bild wird mit sich selbst multipliziert – die Vorschau zeigt den dunkleren, kräftigeren Look.

Kanalberechnungen

Bild › Kanalberechnungen… verrechnet zwei einzelne Kanäle (Quelle 1 und Quelle 2, je mit Dokument, Ebene, Kanal und Umkehren). Quelle 1 wird mit den gewählten Fülloptionen auf Quelle 2 verrechnet. Unter Ergebnis legst du fest, wohin das Resultat geht: Neuer Kanal, Neues Dokument oder Auswahl.

Dialog Kanalberechnungen mit zwei Quellen und Ergebnis Neuer Kanal
Kanalberechnungen: zwei Kanäle, ein neuer Kanal als Ergebnis.

Eine bewährte Methode für Haare vor hellem Himmel: Verrechne den kontrastreichsten Kanal (oft Blau) mit sich selbst in Multiplizieren und lass das Ergebnis als Auswahl ausgeben. Weitere Auswahlwerkzeuge findest du im Kapitel Auswahlen.

Überfüllung (Trap)

Bild › Überfüllung… gibt es nur in CMYK-Dokumenten. Beim Druck liegen die Farbplatten nie ganz genau übereinander; an Kanten zwischen zwei Farben kann dann ein weißer Blitzer erscheinen. Die Überfüllung dehnt hellere Farben um die eingestellte Breite (1–10 px) unter die dunkleren Nachbarfarben aus. Was „dunkler“ ist, ergibt sich aus der Dichte der Druckfarben: Schwarz ist am dunkelsten, Gelb am hellsten. Der Befehl wirkt auf die aktive Pixelebene und ist ein Protokollschritt.

Dialog Überfüllung mit Breite 2 px in einem CMYK-Dokument
Überfüllung in einem CMYK-Dokument.

Frag deine Druckerei, ob sie selbst überfüllt. Viele Druckereien erledigen das beim Belichten der Platten.

Analyse und Messen

Chromatelier kann Abstände, Winkel, Flächen und Anzahlen messen und in einer echten Maßeinheit angeben.

Linealwerkzeug und Zählungswerkzeug

Das Linealwerkzeug sitzt in der Werkzeuggruppe der Pipette (I, mit ⇧ I wechselst du innerhalb der Gruppe). Ziehe eine Linie über das Bild; ⇧ rastet in 45°-Schritten ein. Die Optionsleiste zeigt Anfangspunkt (X, Y), Breite (W), Höhe (H), Winkel (A) und Länge (L). Mit Ebene gerade ausrichten drehst du die Ebene so, dass die Linie waagerecht wird – ideal für schiefe Horizonte. Löschen entfernt die Linie.

Linealwerkzeug mit gezogener Linie; die Optionsleiste zeigt X, Y, W, H, Winkel und Länge
Das Linealwerkzeug: Messwerte und „Ebene gerade ausrichten“ in der Optionsleiste.

Mit dem Zählungswerkzeug (gleiche Gruppe, in der Werkzeugleiste „Anzahl“) setzt du per Klick nummerierte Markierungen, etwa um Objekte zu zählen. ⌥-Klick entfernt eine Markierung; die Optionsleiste zeigt die Anzahl und bietet Löschen. Weitere Werkzeuge beschreibt das Kapitel Werkzeuge.

Messskala

Ohne Messskala misst Chromatelier in Pixeln. Mit Bild › Analyse › Messskala festlegen › Benutzerdefiniert… legst du fest, wie viele Pixel einer echten Länge entsprechen:

  • Pixellänge – die Länge in Pixeln. Vom Lineal übernimmt die Länge der aktuellen Linie des Linealwerkzeugs.
  • Logische Länge und Logische Einheiten – die echte Länge und ihre Einheit (frei eingeben oder per Knopf mm, cm, µm, in, m).

Unten im Dialog steht, wie viel ein Pixel ist. Bild › Analyse › Messskala festlegen › Standard stellt wieder auf Pixel zurück.

Dialog Messskala mit Pixellänge, logischer Länge und Einheiten
Messskala festlegen.
Dialog Messskalen-Marker mit Länge, Schriftgröße, Farbe und Position
Messskalen-Marker platzieren.

Bild › Analyse › Messskalen-Marker platzieren… fügt einen Maßstabsbalken ins Bild ein – als Gruppe mit eigener Ebene. Du wählst Länge, Schriftgröße, ob die Beschriftung erscheint (Text anzeigen), die Farbe (Schwarz oder Weiß) und die Position in einer der vier Ecken.

Messungen aufzeichnen und Messprotokoll

Bild › Analyse › Messungen aufzeichnen (⌘ ⇧ M) schreibt die aktuellen Messwerte ins Messprotokoll – je eine Zeile für:

  • das Lineal: Länge, Winkel, Breite, Höhe,
  • die Zählung: Anzahl der Markierungen,
  • die Auswahl: Fläche, Umfang, Breite und Höhe.

Das Bedienfeld Fenster › Informationen › Messprotokoll listet alle Zeilen in der Einheit der Messskala. Dort kannst du ebenfalls aufzeichnen, mit Exportieren… alles als CSV-Datei speichern und mit Löschen leeren.

Variablen und Datensätze

Bild › Variablen › Datensätze … füllt Textebenen, Sichtbarkeiten und Bilder aus einer CSV-Tabelle – zum Beispiel für Namensschilder oder Produktkarten. Das beschreibt das Kapitel Automatisierung und Erweiterungen.

Camera Raw: RAW-Fotos entwickeln

RAW-Dateien enthalten die unbearbeiteten Sensordaten der Kamera. Chromatelier öffnet die Formate der gängigen Hersteller, darunter DNG, CR2, CR3, NEF, ARW, RAF, ORF, RW2, PEF und SRW. Die Dekodierung übernimmt das mitgelieferte Programm chromatelier-raw, das neben der App installiert ist und von ihr im Hintergrund aufgerufen wird. Fehlt es, meldet Chromatelier, dass der RAW-Decoder fehlt.

Der Camera-Raw-Dialog beim Öffnen

Öffnest du eine RAW-Datei mit Datei › Öffnen… (oder per Ziehen auf das Fenster), erscheint der Dialog Camera Raw – Dateiname. Links siehst du eine Vorschau, rechts die Regler. Die Entwicklung arbeitet auf den linearen Sensordaten: Lichter, die im JPEG schon weiß wären, lassen sich hier noch zurückholen.

BereichReglerBereich
WeißabgleichTemperatur, Farbton−100 bis +100
TonwertBelichtung−5 bis +5 Blendenstufen
Kontrast, Lichter, Tiefen, Weißtöne, Schwarztöne−100 bis +100
PräsenzDynamik, Sättigung−100 bis +100
  • Vorgaben: Im Feld Vorgabe findest du Auto (berechnet passende Werte für das Bild), die eingebauten Vorgaben Lebendig, Weich, Hoher Kontrast, Gedämpft, Warm und Kühl sowie deine eigenen. Standard setzt alles zurück. Um eigene Werte zu sichern, gib einen Namen der Vorgabe ein und klicke auf Vorgabe speichern.
  • KI-Masken: Unter Masken fügst du mit + Motiv, + Himmel oder + Hintergrund eine lokale Maske hinzu. Ist eine Maske ausgewählt, wirken alle Regler nur auf sie; mit Ganzes Bild kehrst du zu den globalen Werten zurück, ✕ entfernt eine Maske. Die Masken nutzen die lokalen KI-Modelle; fehlt ein Modell, wird es zuerst geladen (siehe KI auf dem Rechner).
  • Objektivprofil: Findet Chromatelier zu Kamera und Objektiv aus den EXIF-Daten ein Profil, erscheint Objektivprofil-Korrektur: Objektivname – eingeschaltet korrigiert sie Verzeichnung, Farbsäume und Vignettierung. Die Profile stammen aus der freien Objektivdatenbank Lensfun; sind sie noch nicht installiert, lädt Objektivprofile herunterladen sie einmalig.

Unten steht die volle Größe des Bildes. Bild öffnen entwickelt das Foto in voller Auflösung und öffnet es als neues 16-Bit-Dokument. Die RAW-Datei selbst wird nie überschrieben; das Dokument hat noch keinen Speicherort.

Ein RAW-Foto entwickeln

  1. Wähle Datei › Öffnen… und die RAW-Datei. Der Dialog Camera Raw öffnet sich.
  2. Wähle unter Vorgabe zuerst Auto als Ausgangspunkt.
  3. Korrigiere den Weißabgleich: Temperatur nach links für kühler, nach rechts für wärmer; Farbton gegen einen Grün- oder Magentastich.
  4. Stelle mit Belichtung die Gesamthelligkeit ein. Hole mit Lichter (nach links) Zeichnung in den Himmel zurück und helle mit Tiefen (nach rechts) dunkle Partien auf. Weißtöne und Schwarztöne setzen die Endpunkte.
  5. Gib mit Dynamik sanft Farbe hinzu – sie schont Hauttöne mehr als Sättigung.
  6. Soll nur der Himmel dunkler werden, klicke auf + Himmel. Sobald die Maske erscheint, senke Belichtung oder Lichter; die Regler wirken jetzt nur auf den Himmel. Klicke danach auf Ganzes Bild.
  7. Schalte die Objektivprofil-Korrektur ein, wenn sie angeboten wird.
  8. Gefallen dir die Einstellungen für weitere Fotos, speichere sie als Vorgabe.
  9. Klicke auf Bild öffnen. Bearbeite das 16-Bit-Dokument weiter und speichere es (siehe Speichern, Export und Druck).

Camera Raw-Filter

Filter › Sonstige › Camera Raw-Filter… bringt die Entwicklungsregler auf jede Pixelebene, auch auf JPEGs. Er bietet mehr Regler als der Öffnen-Dialog; die Vorschau im Dokument folgt jeder Änderung (Vorschau), Zurücksetzen stellt alles auf null.

Camera Raw-Filter mit den Grundreglern und den aufklappbaren Bereichen
Grundregler und aufklappbare Bereiche.
Camera Raw-Filter mit aufgeklapptem Farbmischer
Der aufgeklappte Farbmischer.
BereichRegler
GrundreglerTemperatur, Farbton, Belichtung (−5 bis +5), Kontrast, Lichter, Tiefen, Weißtöne, Schwarztöne, Struktur, Klarheit, Dunst entfernen, Dynamik, Sättigung (sonst −100 bis +100)
GradationskurveLichter, Helle Farbtöne, Dunkle Farbtöne, Tiefen – eine parametrische Kurve
FarbmischerFarbton, Sättigung und Luminanz getrennt für Rot, Orange, Gelb, Grün, Aquamarin, Blau, Lila und Magenta
Color GradingFarbton (0–360°) und Stärke für Tiefen, Mitteltöne und Lichter, dazu Abgleich
DetailsSchärfen (0–150), Schärfen Radius (0,5–3), Rauschreduzierung, Farbrauschreduzierung
EffekteKörnung Stärke und Größe, Vignettierung (−100 bis +100), Vignette Mittelpunkt

Auf ein Smartobjekt angewendet, bleibt der Filter als Smartfilter änderbar (siehe Ebenen). Weitere Filter findest du im Kapitel Filter.

Zu HDR Pro zusammenfügen

Eine Belichtungsreihe – dasselbe Motiv, unterschiedlich hell aufgenommen – fasst Datei › Automatisieren › Zu HDR Pro zusammenfügen… zu einem Bild mit großem Kontrastumfang zusammen.

Dialog Zu HDR Pro zusammenfügen mit Quelldateien und Ausrichten-Option
Zu HDR Pro zusammenfügen: zuerst die Quelldateien wählen.
  • Durchsuchen… wählt Dateien, Geöffnete Dateien hinzufügen übernimmt die offenen Dokumente. ✕ entfernt ein Bild wieder. Es braucht mindestens zwei Bilder gleicher Größe; RAW-Dateien werden mit den Standardwerten entwickelt.
  • Quellbilder nach Möglichkeit automatisch ausrichten gleicht kleine Verschiebungen aus einer Aufnahme aus der Hand aus.
  • Die Belichtungen stammen aus den Kameradaten der Dateien oder werden geschätzt.

Im zweiten Schritt wählst du den Modus:

  • 32 Bit – das zusammengefügte Licht bleibt in einem 32-Bit-Dokument erhalten. Die HDR-Tonung folgt später beim Umwandeln in 16 oder 8 Bit.
  • 16 Bit (Tonemapping) – das Bild wird gleich auf einen normalen Tonwertumfang gebracht.

HDR-Tonung

Die Tonung bringt den riesigen Helligkeitsumfang auf einen darstellbaren Bereich. Die Vorschau zeigt jede Änderung:

ReglerBereichWirkung
Belichtung−5 bis +5Gesamthelligkeit
Gamma0,3–3Helligkeit der Mitteltöne
Umfang (Blendenstufen)2–12Wie viel Kontrastumfang zusammengedrückt wird
Details %−100 bis 300Betont lokale Details
Sättigung−100 bis +100Farbstärke

Dieselbe Tonung findest du für normale Bilder unter Bild › Korrekturen › Licht und Schatten › HDR-Tonung… (siehe Korrekturen).

Belichtungsreihe zu HDR zusammenfügen

  1. Nimm drei bis fünf Fotos mit unterschiedlicher Belichtung auf, idealerweise vom Stativ, im Abstand von ein bis zwei Blendenstufen.
  2. Wähle Datei › Automatisieren › Zu HDR Pro zusammenfügen….
  3. Klicke auf Durchsuchen… und wähle alle Bilder der Reihe. Lass Quellbilder nach Möglichkeit automatisch ausrichten eingeschaltet, wenn du aus der Hand fotografiert hast. Klicke auf OK.
    Dialog mit Quelldateien
    Die Quelldateien der Belichtungsreihe.
  4. Wähle 16 Bit (Tonemapping) für ein sofort fertiges Bild – oder 32 Bit, wenn du das HDR-Bild erst weiter bearbeiten willst.
  5. Stelle die Regler der Tonung ein: zuerst Umfang (Blendenstufen) und Belichtung, dann Gamma. Mit Details % erhältst du mehr Struktur – übertreib es nicht, sonst entstehen Lichthöfe.
  6. Klicke auf OK. Das Ergebnis öffnet als neues Dokument „HDR“.
  7. Bei 32 Bit: Prüfe das Bild mit dem Belichtungsregler der Statusleiste und wandle es dann mit Bild › Modus › 16-Bit-Kanal um – dabei erscheint die HDR-Tonung.

Photomerge: Panoramen

Datei › Automatisieren › Photomerge… setzt überlappende Fotos zu einem Panorama zusammen. Jedes Foto landet auf einer eigenen Ebene im neuen Dokument „Panorama“.

Dialog Photomerge mit Quelldateien und Layout-Optionen
Photomerge: Quelldateien und Layout.
OptionBedeutung
Auto (verschieben und drehen)Die Bilder werden verschoben und gedreht, bis sie passen.
ZylindrischFür weite Panoramen: Die Bilder werden zuerst auf einen Zylinder abgebildet (Brennweite aus den Kameradaten).
Repositionieren (nur verschieben)Nur Verschiebung, keine Drehung – etwa für Scans in Teilen.
Bilder zusammen überblendenErzeugt Ebenenmasken und gleicht die Tonwerte an, damit die Übergänge unsichtbar werden.
Objektivprofil-Korrektur (RAW-Dateien)Korrigiert RAW-Dateien vor dem Zusammensetzen mit ihrem Objektivprofil. Erscheint, sobald die Objektivprofile installiert sind (auch bei HDR Pro).

Panorama erstellen

  1. Fotografiere die Szene in Teilen, die sich jeweils um etwa ein Drittel überlappen. Belichtung und Brennweite sollten gleich bleiben.
  2. Wähle Datei › Automatisieren › Photomerge….
  3. Füge die Bilder mit Durchsuchen… oder Geöffnete Dateien hinzufügen hinzu.
  4. Wähle das Layout: Auto für die meisten Fälle, Zylindrisch für sehr weite Rundblicke.
  5. Lass Bilder zusammen überblenden eingeschaltet und klicke auf OK. Meldet Chromatelier, dass sich zwei Bilder nicht überlappen, fehlt zwischen ihnen ein Teil der Szene.
  6. Das Panorama hat unregelmäßige Ränder. Schneide es mit dem Freistellungswerkzeug zu oder fülle die leeren Ränder nach einer Auswahl mit Bearbeiten › Inhaltsbasiert › Inhaltsbasierte Füllung… (siehe Retusche und Transformieren).
  7. Reduziere die Ebenen bei Bedarf mit Bild › Auf Hintergrundebene reduzieren und speichere das Bild.

DICOM: medizinische Bilder

Chromatelier öffnet DICOM-Dateien (.dcm, .dicom, .dic oder Dateien mit DICOM-Kennung) über Datei › Öffnen…. Unterstützt werden unkomprimierte Daten und die üblichen Kompressionen (Deflate, RLE, JPEG, verlustfreies JPEG, JPEG-LS und JPEG 2000).

  • Graustufenbilder werden mit der Fensterung (Window) der Datei angezeigt, sonst mit ihrem Wertebereich. Mehr als 8 Bit werden zu einem 16-Bit-Dokument.
  • RGB- und YBR-Farbbilder werden als Farbbild geöffnet.
  • Mehrere Einzelbilder (Frames) werden zu Ebenen; das erste ist sichtbar.
  • Der Pixelabstand der Datei wird zur Messskala – du misst also gleich in Millimetern. Nicht quadratische Pixel setzen das Pixel-Seitenverhältnis.

Chromatelier ist keine Software für die medizinische Befundung. Nutze die DICOM-Unterstützung zum Ansehen, Messen und Aufbereiten, etwa für Präsentationen.